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Häufige Fragen - Was Sie schon immer wissen wollten - und kuriose Trainingsmethoden

Kuriose Trainingsmethoden: Wenn Sie abenteuerlich anmutende Trainingsmethoden gehört haben, schreiben Sie uns diese bitte als E-Mail. Wir veröffentlichen sie hier.



 

 

Beispiel: Eine Schülerin von uns hat folgenden Rat von ihrer Pferdetrainerin bekommen:
Sie soll das lange Führseil ein paar Mal von der Schulter um den Ellbogen wickeln. Damit hat sie dann mehr Kraft um den einjährigen Junghengst ziehen zu können.

Oder: Der Reitlehrer sagt zur Reitschülerin: "Nimm die Peitsche, Pferde sind sowieso schmerzunempfindlich!"

Ein Sportpferdebesitzer sagt: "Unsere Pferde müssen kein Round Pen Training können. Die müssen nur springen...!


 

Fragen und Antworten
Schreibt Eure Frage per E-Mail an Markus und Andrea - falls Sie ausgewählt wird, findet ihr die Antwort bald hier.

 
Frage: Kann ich mit meinem Pferd gebisslos ins Gelände reiten, oder muss das Pferd dazu speziell ausgebildet sein?

Das Reiten ohne Gebiss wird in der konventionellen Reiterszene gemeinhin als "exotisch", manchmal sogar als "leichtsinnig" angesehen. Der einzige Unterschied zum Reiten mit Gebiss besteht darin, das das Pferd kein Gebiss trägt. Im Grunde sollte man jedes gut ausgebildete Pferd gebisslos reiten können, denn bekanntlich lenkt der Reiter ein Pferd nicht mit Gewalt, sondern mit Gefühl und Technik. Ist dies nicht möglich, liegt das an einer mangelhaften Ausbildung. Wichtig beim gebisslosen Reiten ist eine absolut solide Grundausbildung, die auf Vertrauen zwischen Mensch und Pferd basiert. Ein Pferd, das man gebisslos reiten will, muss also unbedingt in jeder Situation auf die Reiterhilfen reagieren und seinem Reiter vertrauen. Dazu gehört aber auch ein erfahrener, ruhiger Reiter, der so weit ausgebildet ist, dass er sein Pferd auch mit Schenkel- und Gewichtshilfen sauber reiten kann.

 
Bin ich versichert, wenn ich mit meinem eigenen Pferd gebisslos im Gelände reite?

Ja, es gibt einige Versicherungen, die das gebisslose Reiten sogar in ihren Richtlinien vermerkt haben, z.B. die Uelzener Versicherung

 
Was unterscheidet Indianisches Reiten vom englischen Reiten

Das Indianische Reiten ist in die Kategorie des "Signalreitens" einzuordnen. Dem Pferd werden nur wenn nötig möglichst kleine Signale oder Impulse gegeben, sei es zur Richtungs- oder Tempoänderung. Im englischen Reiten hingegen legt der Reiter oft bei jedem Schritt des Pferdes seinen Schenkel an ohne sich zu überlegen oder zu fühlen, ob es nötig ist oder nicht. Durch den sich ständig wiederholenden Impuls stumpfen Pferde relativ schnell ab (= die Reizschwelle erhöht sich). Der Reiter versucht dann z.B. mit Sporen einen stärkeren Reiz zu setzen.
Ein Grundsatz in der Reitausbildung heisst: so wenig wie möglich, aber so viel wie nötig. Beim Indianischen Reiten und in der Horsemanship wird der angewandte Druck in 4 Energiestufen unterteilt. Im englischen Reiten gibt es kein solches Druckstufenmodell.
Beim Indianischen Reiten wird auf Hilfsmittel wie Sporen oder Ausbindezügel verzichtet.
Beim Indianischen Reiten spielt eine gute Beziehung zum Pferd eine wichtige Rolle. Beim englischen Reiten (und immer mehr beim Westernreiten) wird leider immer noch das Pferd als Sportgerät gesehen, das man bei Gebrauch hervorholt und danach wieder in die "Ecke stellen kann".
Beim Indianischen Reiten wird die Grundlage für eine gute Beziehung am Boden gelegt. Z.B. durch die Kommunikation mit dem Pferd im Round Pen. Beim englischen Reiten gibt es keine Ausbildungsmethoden am Boden, die für eine Beziehung zum Pferd bewusst förderlich sind.
Wir vertreten den Grundsatz, dass jedes Pferd im Prinzip ohne Trense geritten werden kann. Englisch Reiter meinen oft immer noch, dazu müsste das Pferd mit Medikamenten ruhiggestellt werden, oder man kann das nur auf einem weiten Feld machen für den Fall dass…Viele englisch Reiter trauen sich nicht, ihr Pferd gebisslos zu reiten oder mit einem Halsring (nur auf dem Platz). Viele englisch Reiter haben Angst vor ihrem Pferd und unternehmen nichts um die Angst loszuwerden.

Ich bin mir bewusst, dass ich hier zwei Extreme beschrieben habe und nicht jeder Reiter gleich ist, egal welchem Reitstil er sich verschrieben hat. Es soll nicht wertend sein. Es ist wie es ist. Allerdings ist die Bereitschaft Bodenarbeitkurse zu besuchen unter den englisch Reitern immer noch relativ gering. Zeigt uns, dass wir Unrecht haben!!

Literaturhinweise:
Philipp Karl "Die Irrwege der modernen Dressurreiterei" Cadmos Verlag

Robert Cook: Is the bit really so cruel? hier downloaden (in englisch)
Robert Cook: Tradition or sience hier downloaden (in englisch)
Robert Cook: häufige Fragen hier downloaden (in englisch)

 
Wieviel Zügelzug spürt ein Pferd mit einer Trense?

Preuschoff und Lesch (1995) haben berechnet, dass ein Pferd mit einer gebrochenen Trense, die ordentlich der Breite des Maules entspricht, auf der Kieferschleimhaut das 1.5- bis 2- fache der Zügelkraft spürt. Wenn die Trense zu breit ist, dann wird am Kiefer das bis zu 4-fache des Zügelzuges als Druckkraft wirksam. Doppelt gebrochene Gebisse lassen nach dieser Studio die Kräfte noch mehr anwachsen.
Preuschoff:"Am Kandarengebiss setzt sich der Zug der Kinnkette mit der Zügelkraft der Resultierenden zusammen, was ungefähr das 8-fache der Zügelkraft ausmacht.

Die meisten gebisslosen Zäumungen pressen dem Pferd Ober- und Unterkiefer zusammen. Am Meroth-Reithhalfter geschieht das nach Art des Flaschenzuges. Die auf die Ringe wirkende Kraft ist etwa zweimal so gross wie die Zügelkraft. Das Nasenband wirkt dann mit der Kraft beider Seiten, also der vierfachen Zügelkraft, auf die Nase. An der mechanischen Hackamore werden durch den langen Hebelarme der Bäume und die kurzen Hebelarme der Nasen- und Kinnbänder die Zügelkräfte um etwa das vier-bis fünffache verstärkt. Ohne Kraftverstärkung kommt das Bosal aus." Oder das Rai-bändele, Anm. von Markus

Literatur: Eisen im Pferdemaul S.24 & 25 (Robert Cook/Hiltrud Strasser 2003 Knirsch Verlag)

 
Kann ich mit 50 Jahren noch reiten lernen?

Es ist nie zu spät…die älteste Reitanfängerin war 68 Jahre alt/jung!
Wir haben festgestellt, dass das Alter nicht eine Frage des Körpers sondern des Geistes ist. Schon 30 Jährige können steinalt sein und bleiben auf ihrem Standpunkt stehen.Aber wer auf dem Standpunkt stehen bleibt, geht nicht mehr weiter…!

Wir haben ein spezielles Reitprogramm für über 50 Jährige entwickelt. Hier können Sie es downloaden.

 
Ich habe so viele Bücher gelesen und noch immer klappt es mit meinem Pferd nicht im Round Pen. Ist das normal?

Ja. Kein Buch kann einen Kurs ersetzen. Nur unter der Anleitung eines guten Trainers kann ein Anfänger gute Fortschritte erzielen. Der Trainer sieht die Fehler und kann sie bewusst machen und Lösungen aufzeigen.
Tipp: wer keinen Trainer hat kann eine Videokamera einsetzen und sich selbst bei der Arbeit aufnehmen und sich danach analysieren!

 
Kommt ihr auch mal zu mir, damit ihr mit meinem Pferd arbeiten könnt?

Wir gehen grundsätzlich überall hin, wo wir gerufen werden. Wir versuchen das mit anderen Terminen zu vereinbaren. Anfragen am besten per Email.



 
Was muss ich tun, damit ihr beim mir einen Kurs abhaltet oder Privatstunden gebt?
a) Uns ein Wunschdatum schreiben
b) den Platz (Roundpen oder Reitplatz) zur Verfügung stellen


Hier können Sie die Kursinfos für Organisatoren downloaden.

 
Ich habe kein eigenes Pferd. Kann ich trotzdem an einem Kurs von Euch teilnehmen?

Ja. Die Kurse sind so aufgebaut, dass man sich die Arbeit mit dem Pferd teilen kann.

 
Kann ich zuerst an einem Fortgeschrittenekurs und danach am Grundkurs teilnehmen? Ich kann nicht mehr warten…!

Es freut uns, wenn die Leute nicht mehr warten können. Aber es macht logischerweise Sinn zuerst den Grundkurs zu besuchen. Es wäre nicht fair gegenüber den anderen Teilnehmern, sie würden zu viel Zeit verlieren.

 
…aber eine Islandpferdetrainerin sagte mir jetzt, dass es bei Isis nicht so den gewünschten Erfolg hat wie bei Großpferden, Isis seien auch viel unabhängiger und bräuchten nicht so die Führung wie die anderen Rassen, aufgrund rauher Herkunft usw.... Nichtsdestotrotz läuft es ganz gut, nur die Innenwendung will nicht funktionieren. Walzer (Name geändert) war auch erst über das belohnende Abwenden so erstaunt dass er jedesmal stehenblieb und mich fragen anschaute als ich dann wieder zu ihm guckte, war ihm nicht ganz geheuer.

Was ist Ihr Kommentar dazu? Schreiben Sie an info@fincaverde.com
Die Antworten finden Sie dann hier.

Antwort von Ursula Mazenauer:


Im Rahmen meiner Ausbildung zum therapeutischen Reiten habe ich die Reitkurse mit Isis gemacht auf dem Wiesenhof/DE bei Helga Podlech. Sie ist eine der bekanntesten Züchterin und erfolgreiche Reiterin von Islandpferden. Auf ihrem Gestüt gibt es über 300 Isländer, von Schulpferden bis zum Fohlen und Alterspferde. Auch solche die an Weltmeisterschaften geschickt werden und sehr gute erfolge vorweisen können.
Während 3 mal 1 Woche besuchte ich dieses Gestüt und habe u.a. einen 3 tägigen Kurs in der Freiheitsdressur mitgemacht. Freiheitsdressur bedeutet einfach Kommunikation mit dem Pferd und zwar im Round Pen. Für Frau Podlech ist dies ein wichtiges Element in der Arbeit mit ihren Isländern und nicht wegzudenken für alle Pferde. Jungpferde, Schulpferde, ihre Dressur und Zuchtpferde, Rekonvaleszente.

Dies sind wie gesagt meine Erfahrungen in den Kursen die ich bei Helga Podlech gemacht habe. Persönlich denke ich, dass die Pferdesprache und/ oder ihre Kommunikation mit- und untereinander (bei gesunder und artgerechter Haltung) gleich ist. Bei ihnen geht es um Dominanzklärung und die Einhaltung der Rangordnung und diese Sprache ist bei allen Pferden diesselbe. Da kommt es nicht auf die Rasse an. Kein Pferd denkt über das andere Pferd: "das ist ja ein Isländer, ein Haflinger, ein
Araber" etc.


Antwort von Daniela Unger:

Ich habe im Round Pen mit meiner Isländerstute nur sehr gute Erfahrungen gemacht! Sie war für mich am Anfang sehr schwierig zum reiten u. führen, da sie immer die Führung übernehmen wollte. Im Round Pen konnte ich ihr zeigen, wer hier der Chef ist u. so wurde für mich in der ersten Zeit der Round Pen eine wichtige Erfahrung! Ich sehe das nicht so, daß der Round Pen nur für Großpferde geeignet ist.