Dann stellen Sie sich
einen Reiter vor (muss nicht ein Indianer sein), der sein Pferd
nur mit
seinem Körper lenkt. Wie ist das möglich? Sie machen ein Abkommen
mit ihrem Pferd! Sie versprechen, die Zügel jeweils erst einzusetzen, wenn
es auf die körperlichen Hilfen wie
1. Focus 2.
Gewichtsverlagerung und
3. Beine (Schenkel) nicht
reagiert.
Erst dann bauen Sie Zug am Zügel auf. Dies ist die
4.
und letzte „Energiestufe“.
Auch diesen Zug unterteilen
Sie dann wieder in
4 Stufen (es kann auch mehr sein, aber das
wird oft zu kompliziert).
Mit anderen Worten: Beginne so fein wie
möglich, aber steigere die Energie (=Druck oder Zug) so viel wie nötig!
Wir sprechen lieber von Druck, denn der Mensch sollte sich das Ziehen des Pferdes
abgewöhnen.
Wir bieten Ihnen
verschiedene Übungen
an, um ein Gefühl fürs Pferd zu bekommen.
Eine besonders schöne und oft unvergessliche Erfahrung
ist die
Kommunikation
mit dem Pferd im
Round
Pen. Auf Distanz und ohne das Pferd zu
berühren lernen Sie mit wie wenig Energie und Aufwand
Sie ein Pferd z.B. vorwärtsbewegen können.
Ihre Sichtweise fürs Pferd wird sich komplett ändern!
Auch beim
Reiten ist das Ziel eine
gefühlvolle, kaum sichtbaren Verständigung
zwischen Reiter und Pferd. Dies ist möglich, wenn wir uns artgerecht,
geschickt, fein abgestimmt und möglichst unaufwendig mit dem Pferd verständigen.
Es soll
Ihnen und dem Pferd Spass machen und Sie sollten sich
nach dem Reiten nicht erschöpft sondern belebt fühlen.
Wer (besser)
reiten lernen möchte, muss den
eigenen Körper, seine Gedanken
und Gefühle kennen und verstehen, bevor er ihn beherrschen kann.
Hier liegt der Schlüssel für das Geheimnis des reiterlichen Gefühls
verborgen. (Susanne von Dietze, Balance in der Bewegung – der Sitz des Reiters)
Sinnesleistungen wie Fühlen können gelernt werden.
Das reiterliche Gefühl ist kein Geschenk, das ein begnadeter Reiter von Geburt
an besitzt. Es wird durch die Gesamtheit sensibler Wahrnehmung und entsprechender
Reaktion allmählich ausgebildet. Ausbilder, die besonders sensibel sind,
werden mit ihren Schülern besonders erfolgreich sein. (Christoph Hess, Referat
in der Deutschen Reiterlichen Vereinigung)
Körper und Geist
Wenn wir mit Pferden arbeiten, ist
unser Körper unser wichtigtes
Werkzeug. Wir „sprechen“ über unseren Körper mit dem Pferd.
Deshalb ist es wichtig, die
Wahrnehmung zu verbessern und zu
lernen, sich koordinierter zu bewegen.
Sitzkorrektur und gezielte
Gymnastik helfen uns dabei.
Wie wir unseren Körper schulen
müssen, sollte der „Geist“ nicht vernachlässigt werden.
Denn wir können nur wirklich gut reiten, wenn wir keine Gedanken haben, die
uns abschweifen lassen. Wie der Pilot immer bei der Sache sein muss, müssen
wir das Pferd in jeder Sekunde führen. Eine kleine Unaufmerksamkeit der Leitstute
könnte den Tod einer ganzen Herde bedeuten.
Sei deinen Gesten,
Deinem Atem, deinen Gedanken und deiner Wahrnehmung bewusst, dann hast Du die
Möglichkeit, viel über dich zu erfahren!
Focusreiten
Focusreiten ist die
Verwendung ungreifbarer Dinge wie
Instinkt,
Konzentration und Intuition. Heute lernen die Menschen linear reiten,
mit bestimmten Anweisungen, was sie mit jedem Körperteil zu tun haben. Besser
wäre es, sich zu konzentrieren, wo ich hin will und nicht wo das Pferd hin
möchte. Nur so übernimmt der Reiter den aktiven Part und das Pferd lässt
sich leiten (agieren anstatt reagieren!).
Das reiten mit Focus sollte beibehalten
werden, sonst werden die Kommunikationswege zerstört, die vorher aufgebaut
wurden.
Die Körpersignale werden nur als Verstärkung von Focussignalen
verwendet.
Nur ein klare Vorstellung, was man vom Pferd verlangen
möchte, kann eine klare Aktion bewirken.